Dahlbrucher Männerchor 1885

Chronik

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Aus der Chronik des Dahlbrucher Männerchores!

In der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs der 70iger und 80iger Jahre des 19. Jahrhunderts regten sich auch in dem aufstrebenden Ferndorftal immer mehr Geselligkeit und Vereinsleben. So waren bereits in den Nachbargemeinden Müsen, Allenbach und Kredenbach Gesangvereine entstanden. In Hilchenbach bestand sogar schon 1841 eine "Liedertafel".Im September 1885 fanden sich dann im Setzer´schen Lokal 16 Liedbegeisterte Männer zusammen und riefen in einmütigem Entschluss den "Dahlbrucher Männergesangverein" ins Leben, der im ersten Jahr seines Bestehens unter der musikalischen Leitung des Lehrers Kieselbach stand.

Die Namen der Gründer unseres Chores seien hier noch einmal aufgeführt.

  • Clemens Kieselbach, Dirigent
  • Gustav Langenohl, 1. Vorsitzender
  • Hermann Wurmbach, Schriftführer
  • Robert Setzer
  • August Hoffmann
  • Ewald Hoffmann
  • Friedrich Langenohl
  • Albert Langenohl
  • August Weber
  • Heinrich Weber
  • Ludwig Achenbach
  • August Mertens
  • Heinrich Henkel
  • Ernst Weber
  • Ernst Freudenberg
  • Ernst Kober

Unter diesem Motto fanden sich seitdem die Sänger in den wöchentlichen Übungsstunden zusammen, um frohe Geselligkeit zu üben und durch die Pflege des deutschen Liedes das Volksgut wach zu halten und weiter zu reichen. Ihr Wirken führte über Höhen und Tiefen des Vereinslebens, aber nie, auch nicht in den schlimmen Kriegsjahren, kam die Sangesfreudigkeit in den vergangenen Jahren zum Erliegen.
Im Schicksalsjahr 1933 übertrugen die Sänger Paul Röchling die Führung des Vereins, die dieser bis zum Ende des Krieges behielt. Unter seiner besonderen Initiative wuchs der Verein 1935 bis auf 55 aktive Mitglieder heran. Durch die verschiedensten Bestimmungen und Verfügungen, die in jenen Jahren für die zwangsweise gleichgeschalteten Vereine erlassen wurde, ließ aber die Sangesfreudigkeit so nach, dass der Verein 1939 nur noch 30 Sänger aufweisen konnte.
Während den ersten 60 Jahren des Bestehend des "Dahlbrucher Männergesangsvereines" bis 1945 führten insgesamt nur 6 Vorsitzende den Verein.

  • 1885 – 1909 Gustav Langenohl
  • 1909 – 1912 Heinrich Wurmbach
  • 1912 – 1929 Heinrich Schneider
  • 1929 – 1933 Wilhelm Hirsch
  • 1933 – 1946 Paul Röchling
  • 1946 – 1948 Christian Irle
  • 1948 – 1951 Paul Röchling
  • 1951 – 1968 Alfred Herz

Gleichzeitig standen 15 verschiedene Dirigenten dem Chor vor. Oft stand der Verein vor der schwierigen Suche nach einem neuen Dirigenten, die in der ersten Hälfte der Vereinsgeschichte in der Hauptsache durch die Versetzung der als Dirigenten tätigen Lehrer notwendig wurde. So fand alleine von 1885 bis 1910 ein siebenmaliger Dirigentenwechsel statt. In dieser Zeit waren nacheinander folgende Lehrer mit der musikalischen Leitung des Vereins betraut:

  • 1885 – 1886 Herr Kieselbach aus Dahlbruch
  • 1886 – 1889 Herr Kiel aus Müsen
  • 1889 – 1890 Herr Köhler
  • 1890 – 1902 Herr Menn
  • 1902 – 1905 Herr Trelle aus Dahlbruch
  • 1905 – 1909 Herr Becker aus Ferndorf
  • 1909 – 1910 Herr Marx aus Müsen
  • 1910 – 1912 nochmals Herr Becker aus Ferndorf

Besondere Verdienste erwarben sich vor allem Herr Menn in den 12 Jahren seiner Dirigententätigkeit und der auf Gesangwettstreiten besonders erfolgreiche Herr Becker, der damals in der Siegerländer Sängerwelt einen guten Ruf genoss und von 1882 – 1903 Bundesvorsitzender des Sieg-Sänger-Bundes war. Unter der musikalischen Leitung von Herrn Becker führte der Verein auch 1910 das Jubelfest des 25-jährigen Bestehens durch.
Der Chor hatte sich bis zu dieser Zeit an Wettstreiten in Bilstein (1896), Wehbach (1905), Hilchenbach (1906) und Siegen (1907) beteiligt und große Erfolge errungen, die dazu führten, dass der Verein aufblühte und zum 25-jährigen Bestehen bereits 33 aktive Sänger und 42 passive Mitglieder aufweisen konnte.

Dahlbrucher Männerchor - 25-jähriges Jubiläum

Ab dem Jahr 1912 standen folgende Dirigenten dem Chor vor:

  • 1912 – 1916 Herr Schmidt aus Müsen
  • 1916 – 1926 Herr Lenter aus Dahlbruch
  • 1926 – 1929 Herr Hein aus Müsen
  • 1929 – 1931 Herr Adam aus Dahlbruch
  • 1931 – 1932 Herr Engelbert aus Dahlbruch

50-jährige Jubiläum im Jahr 1935

Besondere Verdienste erwarb sich Herr Lenter, der den Chor ein Jahrzehnt leitete. Der Höhepunkt seiner Laufzeit beim Chor war das Jubelfest im Jahr 1925 anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Vereins.
Nach dem Ausscheiden von Herrn Engelbert im Jahr 1932 wurde die Tradition der Lehrerdirigenten bewusst durchbrochen, um den sehr häufigen Dirigentenwechsel zu vermeiden.


Herr Kuno Müller aus Holzhausen – 1. "Laiendirigent" des "Dahlbrucher Männergesangvereins" wurde mit der musikalischen Leitung des Chores beauftragt. Er leitete den Chor 7 Jahre. Nur ungern nahm der Chor 1939 Abschied von seinem lieb gewonnenen Dirigenten, als die große räumliche Entfernung Dahlbruchs vom Wohnort des Dirigenten diesen zum Scheiden zwang.
Sein Nachfolger wurde Herr Walter Menn aus Kredenbach, der den Chor von 1939 bis 1953 leitete. Er verstand es auch in Notzeiten des Krieges und der ersten Nachkriegszeit die Sangesfreudigkeit im Verein aufrecht zu erhalten.
Als im letzten Krieg die Zahl der Sänger nicht mehr für einen Männerchor ausreichte, - durch die Einberufung war die Sängerzahl 1940 auf 18 herabgesunken – behauptete sich der Verein durch die Angliederung eines Frauenchores. So konnte der Dahlbrucher Chor im Jahr 1944 verschiedene Konzerte geben.
Unter dem Vorsitz von Christian Irle umfasste der Verein Ende 1947 bereits wieder 54 Sänger. Von besonderer Bedeutung war die Tatsache, dass vor allem die Jugend wieder den Weg zum Männergesang gefunden hatte, so dass der Verein mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren durchaus als eine junge Sängergemeinschaft bezeichnet werden konnte.
Der gemischte Chor wurde 1947 wieder aufgelöst, da sich eine knappe Mehrheit der Sänger für einen Fortbestand eines reinen Männerchores ausgesprochen hatte.
Von 1951 bis 1968 lag das Amt des 1. Vorsitzenden in den Händen von Alfred Herz, der damit dieses verantwortungsvolle Amt am längsten von allen Vorsitzenden innegehabt hat.
Durch seinen großen Einsatz für die Sängersache wuchs der Chor auf 65 aktive Sänger an.

 

Seit 1968 standen folgende Vorsitzenden dem Verein vor:

  • 1968 – 1971 Helmut Schür
  • 1971 – 1974 Heinz Kadelka
  • 1974 – 1986 Ulrich Roth
  • 1986 – 1995 Gerd Debus
  • 1995 – heute Hans-Werner Schellenberg

Während der Dirigententätigkeit von Walter Menn fand im Juli 1950 im Rahmen der 65-Jahrfeier ein Leistungssingen aller Chöre der Stadt Hilchenbach und des Amtes Keppel in Dahlbruch statt.
Einen ganz besonderen Auftrieb erfuhr die Chorarbeit 1951, als auf dem Gesangwettstreit in Feudingen der Verein unter anderen Preisen den Dirigentenpreis und den Fürstenpreis des Fürsten von Wittgenstein für die beste Darbietung eines Volksliedes in der Gruppe der größeren Chöre erringen konnte.
Seit dem 01.11.1953 hatte nun Herr Gerhard Hartmann aus Siegen die musikalische Leitung des Chores übernommen. Seine großen musikalischen und pädagogischen Fähigkeiten und seine menschliche Bindung an die Sänger haben den Chor zu einem geschulten Klangkörper werden lassen und ihn zu manchen Höhepunkten des Sängerlebens geführt.
In den Jahren 1962 – 1983 nahm der Chor an 16 Wettstreiten und internationalen Preissingen teil.
Auf mehreren Wettstreiten konnte der Chor sämtliche 1. Preise erringen, und Herr Hartmann konnte fast immer den Dirigentenpreis entgegennehmen.

Einen Höhepunkt in der Geschichte des Dahlbrucher Chores bildete das Fest des 75-jährigen Bestehens im Jahr 1960. Glückliche Voraussetzungen für ein großes Fest waren geschaffen worden durch die Erstellung der "Dahlbruch-Halle", heute "Gebrüder-Busch-Theater". Am 20.03.1960 wurde ein Jubiläums-Konzert mit den Dortmunder-Sängerknaben in der Halle ausgerichtet.
20 befreundete Männergesangvereine feierten mit dem Jubelverein beim Festkommers in dem großen Festzelt und beim Festzug mit 1000 Teilnehmern und dem anschließenden Freundschaftssingen in dem wunderschönen Theaterraum.
Mit der Fertigstellung des Baukomplexes "Dahlbruch-Halle" konnte der Dahlbrucher Männerchor, der 75 Jahre lang dem alten Sängerlokal, heute "Dahlbrucher Hof", die Treue gehalten hatte, nun ab 1961 seine Proben in der Hallen-Gaststätte unter wesentlich günstigeren Raumverhältnissen durchführen.
Seit 1969 trägt der Chor den Namen "Dahlbrucher Männerchor 1885".
In der weiteren Sängerzeit unter der Leitung von Herrn Hartmann richtete der Chor bis 1991 einige Konzerte im "Gebrüder-Busch-Theater" aus, nahm an kleineren und großen Konzerten anderer Vereine Teil und führte Sängerfahrten bis nach Finnland durch.

75-jähriges Jubiläum im Jahre 1960

Der Dahlbrucher Männerchor wird Meisterchor im Sängerbund NRW

Zum 100-jährigen Bestehen wurde dem Dahlbrucher Männerchor 1885 die Zelterplakette verliehen.

1991 nahm der Chor, noch unter der Leitung von Gerhard Hartmann, am Meisterchorsingen in Neheim-Hüsten teil und konnte auch diesen Titel für sich gewinnen.
Ebenfalls 1991 trat Herr Hartmann vom Taktstock zurück und ging in den wohlverdienten Ruhestand.
Wir möchten an dieser Stelle Herrn Hartmann für seine hervorragenden Leistungen danken und werden uns seiner immer mit Freuden erinnern!
Nach ausgiebigen Prüfungen und Probedirigaten hat man Herrn Matthias Merzhäuser in die Nachfolge von Herrn Hartmann berufen, der den Chor bis heute leitet.

 

Internationaler Chorwettbewerb in Riva del Garda

Unter seiner Leitung nahm der Chor ebenfalls an einigen Wettstreiten und Wertungssingen im In- und Ausland teil. Auch Konzerte aller Art gehören zum jährlichen Terminkalender.

1994 nahm der Chor in Riva del Garda, Italien am Internationalen Chorwettbewerb teil und wurde mit einem Silberdiplom ausgezeichnet. 1996 wurde der Meisterchortitel in Siegen erfolgreich verteidigt. 1997 folgte erneut ein Internationaler Chorwettbewerb in Budapest, wo der Chor ebenfalls mit einem Silberdiplom ausgezeichnet wurde. 1999 nahm der Chor beim Volksliederwettbewerb in Menden teil und bekam die Zuccalmaglio-Medaille verliehen.
2002 konnte der Chor zum dritten Mal den Meisterchortitel in Soest verteidigen.
Auch Herrn Merzhäuser gilt unser Dank für die bisher geleistete Arbeit und die großen Erfolge!

Chronik verfasst von
Helmut Schür & Daniel Lorsbach
1985 & 2002